Ein kurzes Interview mit der Autorin Petra Sprenger

Interviewt von Peter Bilsing / Redaktion Der Operfreund, 10.10.2015

 

OF: Es gibt unzählige Opernführer bzw. Einführungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Sogar einen für Fortgeschrittene 😉 Viele fristen ein trauriges ungelesenes Dasein in den Regalen. Warum nun noch einer?

„Es handelt sich um keinen reinen Opernführer. Das machen andere sicher besser und ausführlicher. Mir war in erster Linie die Geschichte hinter der jeweiligen Oper wichtig. Wenn ich nicht weiß, was da passiert, auf der Bühne, ist es schwer, die Musik entsprechend nachzuvollziehen. Und hier scheiden sich sicherlich die Geister: Der eine benötigt dafür eine umfangreiche Abhandlung, der nächste ist schon mit den beschreibenden Texten der einzelnen Opernhäuser (Programmankündigung oder -heft) ausreichend informiert, und der 3. versteht u.U. das eine oder andere gar nicht. Weil zu wenig Zeit oder zu anspruchsvoll geschrieben oder, oder. Für die letzte Gruppe ist dieses Projekt gedacht. Egal wie alt. Die Art des illustrativen Stils sollte dem Rechnung tragen: Einfach, aber nicht verkitscht. Ich hoffe, das ist gelungen. Natürlich ist mir bewusst, dass das nicht jeden Geschmack treffen wird. Aber, ich hoffe schon, den einen oder anderen : ) Nun, das wird sich zeigen. Und, diese Art bietet die Möglichkeit zur Serie, nahezu unbegrenzt. Beim Aufbau des Buches der Reihe ist mir immer wichtig, dass der Leser auf jeder Seite weiß, welche Figur gerade mit wem agiert. Daher werden die Akteure auf jeder Seite mit Namen genannt. Das ist, so bin ich mir ziemlich sicher, auch ein Novum.“

OF: Was bzw. wer ist Ihre Zielgruppe?

„Ihre „Klassifikation“ von 8 bis 80 trifft genau den Kern. Wunderbar definiert. Denn, wenn man Altersgruppen genau festlegt, schließt man andere automatisch aus. So nach dem Motto: Das ist ein Kinderbuch? Das kaufe ich mir doch nicht mehr. Wir haben die Erfahrung gemacht (aber wir stehen ja erst ganz am Anfang und sammeln…), dass verschiedenste Altersklassen das Buch schön finden. Warum soll nicht ein Erwachsener Gefallen finden?“

OF: Gibt es Zukunftspläne dieser Reihe ?

„Ja und ja! Das Vorhaben in diesem Jahr sind noch 2 weitere Bücher herauszugeben und im nächsten Jahr sollen dann die nächsten 5 Bücher erscheinen. Der große Wunsch ist es, diese Reihe kontinuierlich zu erweitern, vielleicht sogar auch in anderen Sprachen – englisch, russisch, chinesisch … ), herauszubringen. Das liegt aber alles in weiter Ferne und ist zwingend abhängig davon, wie diese Bücherreihe überhaupt angenommen wird. Denn, nicht zuletzt, hängt alles ab von der Finanzierung.“

OF: Ich könnte mir persönlich sogar vorstellen, daß man mal seher selten gespielte tolle Opern so erklärt – zb von Schreker, Korngold, Zemlinsky…. etc.

„Ja, selbstverständlich. Das Grundkonzept macht das ja problemlos möglich.“

OF: Soll man das Programmheft angesichts der überwiegend Nichtbeachtung eigentlich abschaffen ?

„Das ist so eine Gewissensfrage. Da maße ich mir nicht an, zu entscheiden, was Opernbesucher brauchen und was nicht. Die Frage ist ja da auch, wieviel verkauft das einzelne Haus an seine Besucher? Lohnt sich der Aufwand, macht man das aus Prestigegründen? Kann ja auch sein, dass der eine oder andere Besucher die Hefte sammelt. Für die Opernbücher habe ich das kleine, handliche Format gewählt, damit es auch in die Tasche passt, wenn man zur Vorstellung geht.“

OF: Die Oper ist tot in wenigen Jahren, wenn die Entwicklung so weiter geht stribt das Publikum aus – der Altersdurchschnitt bei uns in Düsseldorf liegt z.B. bei 63 Jahren.

„Das hoffe ich ja nicht. Wäre ein großer Verlust. Deshalb versuchen ja die Opernhäuser durch verschiedene Maßnahmen ihren Nachwuchs zu „generieren“.Vielleicht kann das Buch ja ein Bausteinchen dabei sein zumindest Neugier zu wecken. Wenn man sich dann vielleicht sagt, das will ich auch mal auf der Bühne hören und sehen.

OF: Wie kriegen wir – außer über ihr Buch – eigentlich junge Menschen in die Oper?

„Wenn ich das Patentrezept wüsste, wäre ich bestimmt steinreich : ).“

OF: Stichwort „Musikunterricht“ was fällt Ihnen da ein ?

„Da meine Kinder schon lange aus der Schule raus sind, nein, leider nicht. Da kann ich nicht mitreden, weil ich die heutige Art des Unterrichts nicht beurteilen kann.“

Danke für das Interview und viel Erfolg!

 

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